Hier werden einmal alle Grinder, Crusher, oder zu deutsch auch Kräutermühlen vorgestellt und beurteilt. Ich werde die Materialbeschaffenheit erläutern, die Vor- und Nachteile und das Preis- Leistungsverhältnis. Zu guter Letzt gibt es dann Pflegetips, ein Fazit werde ich mir auch erlauben.
Fangen wir erst mal mit den Materialien an aus denen so ein Mahlwerk (deutsche Übersetzung von Grinder) beschaffen sein kann. Da gibt es zunächst Holz, gefolgt von Plastik, Aluminium, Edelstahl, Speckstein und Keramik.
Holzgrinder

Holzgrinder sind zwei flache Scheiben die in einer Drechselbank in Form gedreht werden. Anschließend werden innen kleine Löcher gebohrt in die die kleinen Drahtstifte eingeklebt werden. Die Drahtstifte sind außen rund und nur oben am Ende, wo sie mit der Zange abgekniffen wurden, etwas scharf.
Vorteile sind:
Handlich und leicht,
sind im günstigeren Preisniveau angesiedelt
Nachteile sind:
Da die Zähne keine sind, sondern nur runde Drahtstifte, werden die Kräuter eher zerrieben als zerkleinert was zur Folge hat das sich teilweise noch ganze Fasern um die Stifte wickeln und man mit einer Schere nacharbeiten darf. Außerdem setzen sich extrem schnell Pflanzenbestandteile an den rauen Innenwänden ab und der Grinder neigt zum verkleben.
Mein Reinigungstip ist, den Grinder vorsichtig mit einer Schere auszuschaben, wobei beachtet werden sollte das Holz nicht allzu sehr zu zerkratzen oder ab zu hobeln. Da Ihr durch jeden neuen Kratzer die Ober- und Angriffsfläche für die Pflanzenbestandteile erhöht, die sich dadurch umso besser absetzen können. Das heißt, je mehr Kratzer der Grinder hat, desto schneller verschmutzt er und desto schneller muss er wieder gereinigt werden . Ein Teufelskreislauf der die Lebensdauer erheblich einschränkt die hier sowieso nur ein bis eineinhalb Jahre beträgt. An flüssige Reinigungsmittel ist bei Holzgrindern nicht zu denken, da die Gefahr besteht das die Feuchtigkeit das Holz zum Quellen bringen könnte.
Das Preis Leistungsverhältnis:
Der Preis ist Ok. Die Leistung aber eher etwas schwach.
Der Preis liegt im Schnitt je nach Größe zwischen 3 und 7€ wobei es auch hier teurere Modelle gibt die aber meiner Meinung nach ihr Geld nicht wert sind, da die Verarbeitung hier zwar besser ist, aber was soll ich sagen Holz bleibt Holz und die Lebenserwartung ist ähnlich wie bei den günstigen Modellen.
Fazit:
Mein Ding sind Holzgrinder nicht, da ich wenn ich mir schon einen Grinder kaufe nicht immer noch nacharbeiten will, weil es ja eigentlich seine Aufgabe ist, diesen Job richtig zu erledigen.
Plastik/ oder Acrylgrinder

Plastikgrinder sind meistens rund und flach und in allen Farben erhältlich. Einige sind mit einem Deckel versehen, wobei eine Außenseite des Grinders dann als Aufbewahrungsfach dienen kann. Andere sind kugelrund und sehen aus wie Fuß- oder Golfbälle oder seltener auch wie exotischere Motive.
Vorteile sind:
Eckige kleine pyramidenförmige Zähne die die Kräuter gut zerkleinern, leicht im Gewicht, handlich und preislich im günstigeren Preisbereich.
Nachteile sind:
Da das Plastik meistens nicht das hochwertigste ist, setzen sich Pflanzenbestandteile an den Innenwänden und an den Zähne ab, was dazu führt, das man den Grinder regelmäßig reinigen muss. Bei starkem Gebrauch nutzen auch die Zähne schnell ab, die dann gern mal abbrechen, was die Lebensdauer auf ein bis maximal zwei Jahre beschränkt.
Allerdings ist mir unter den Plastikgrindern auch ein besonderes Stück in die Hände gefallen, welches es wert ist erwähnt zu werden. Der Grinder der Firma Storz & Bickel ist was die Qualität und die Verarbeitung angeht, ein Meisterstück unter den Plastikgrindern.
Er besteht im Gegensatz zu den herkömmlichen Grindern aus einem viel hochwertigerem und härterem Acryl, was dazu führt das sich Pflanzenbestandteile nicht so schnell absetzen. Alle Teile sind an einem Stück gegossen und nicht wie bei einigen günstigen Modellen hergestellt, wo die Zähne nachträglich angeklebt werden und der Grinder häufig eben aus mehreren Teilen besteht. Da er schärfere und mehr Zähne hat als der normale Plastikgrinder werden hier die Kräuter optimaler zerkleinert.
Mein Reinigungstip für Plastikgrinder ist auch hier wieder vorsichtig die stärksten Verunreinigungen mit einer Schere zu entfernen, wobei auch hier beachtet werden sollte das gute Stück nicht zu beschädigen. Es verhält sich hier ebenso wie beim Holzgrinder, je mehr Kratzer desto schneller schmutzig. Außerdem sind einige Ablagerungen ja auch noch zu gebrauchen es sei denn ihr habt Hobelspäne mit drin, was dann gesundheitlich bei Plastik nicht mehr zu vertreten ist. Als Flüssige Reiniger sollten zumindest keine reinen Alkohole wie z.B. Isopropylalkohol, Waschbenzin, Spiritus oder ähnliches verwendet werden, da diese das Plastik angreifen, stumpf machen und im Extremfall sogar auflösen können. Ich hab eine sehr gute Erfahrung mit Q Tips und Wodka gemacht den ich im Verhältnis 50/50 mit Wasser verdünnt habe, um damit dann die Anhaftungen im Grinder zu entfernen.
Preis Leistungsverhältnis:
Die günstigeren Plastikgrinder liegen so zwischen 3,50 und 7€ und sind ihr Geld wert, denn sie halten ein bis zwei Jahre gut durch. Der Storz & Bickel Grinder liegt preislich eher im Mittelfeld so um die 7- 8€. Dank seines besseren Acryls ist er erheblich haltbarer und die Zähne bleiben länger scharf . Selbst nach drei Jahren ist er immer noch ein treuer und zuverlässiger Begleiter. Die Zähne an den Spitzen leicht rund aber immer noch scharf.
Fazit:
Für rund 5€ einen Grinder für ein oder eineinhalb Jahren zu haben ist nicht allzu teuer um sich dann einen neuen zu kaufen nachdem der alte seinen Dienst getan hat. Allerdings sollten wir mit unseren Rohstoffen haushalten und nicht die Wegwerfgesellschaft unterstützen.
Aluminium/ Edelstahlgrinder

Aluminium/ Edelstahlgrinder gibt es in verschiedenen Ausführungen und Farben. Sie werden aus einem Stück Aluminium/ Edelstahl inklusive der Zähne gefräst. Das ganze ist ein einziger Arbeitsgang. Es gibt die normalen flachen, sogenannten zwei Teiler, die genau so aussehen und funktionieren wie die Holz- und Plastikgrinder auch. Bei einem vier Teiler, dem sogenannten Skuff Grinder, fällt das zerkleinerte Pflanzenmaterial während dem Mahlen durch Löcher auf ein Sieb, wo es sich sammelt. Die ganz feinen Bestandteile fallen weiter durch das Sieb wo sie sich unten im letzten Fach konzentriert sammeln. Bei den Skuff Grindern mit fünf Teilen ist lediglich eine Siebeinheit mehr enthalten.Diese sollten sich durch ihre Feinheit unterscheiden, weil das zweite Sieb ja sonst kein Sinn machen würde, da es ja darum geht ein noch feineres Ergebnis zu erzielen.
Vor und Nachteile:
Vorteile sind die durchs Fräsen entstandenen Rombusförmigen Klingen, denn von wirklichen Zähnen kann hier keine Rede mehr sein, das ist schon richtig scharf und die Kräuter werden regelrecht zerhäckselt. Ansonsten sind Aluminium/ Edelstahlgrinder sehr robust und nur mit roher Gewalteinwirkung zu zerstören. Beim Skuffgrinder hat man mit trockenem Pflanzenmaterial und zusätzlich etwas Geduld noch eine nette Ansammlung Konzentrat, welche jedem Liebhaber das Herz höher schlagen lassen sollte.
Nachteil besteht im höheren Eigengewicht, sowie im Aufwand der betrieben werden muss einen Skuffgrinder zu reinigen. Preislich meist teurer
Reinigungstipps:
Den zwei Teiler kann man mit einem Pinsel ausbürsten und die Anhaftungen mit Wodka oder Isopropylalkohol und einem Q Tip entfernen. Harte Alkohole greifen die Metalle nicht an. Ihr solltet aber trotzdem auf Flüssigreiniger wie Waschbenzin, Spiritus oder ähnliche verzichten, weil diese meist nicht „Technisch rein“ sind. Das heisst, sie sind mit Parfümen und Ölen angereichert die ihnen einen Geruch verleihen um sie kenntlich zu machen oder die Schmierfähigkeit zu erhalten. Wie schon gesagt, ein klarer Schnaps tut`s auch. Bei einem Skuffgrinder verhält es sich ähnlich. Zu beachten ist hier nur: Die Harzdrüsen, welche eine konische Form haben, die beim Grinden abbrechen, fallen ja von oben durch das Sieb. Manche dieser Harzdrüsen sind aber größer als der Durchmesser des Siebes und bleiben stecken. Nun sollte man nicht mit dem Pinsel von oben versuchen die Harzdrüsen rauszufegen oder gar durchzudrücken, da genau dieser Vorgang bewirkt, das die Harzdrüsen aufbrechen und der flüssige Kern austritt , sowie das Sieb dann nur noch mehr zuschmiert. Man drehe die Siebeinheit einmal um und schiebt sozusagen entgegen der Fallrichtung vorsichtig die Drüsen mit dem Pinsel wieder zurück. Es hilft die Siebeinheit vorher kalt ausziehen zu lassen,was so viel heisst wie:" Einmal kurz in das Gefrierfach für eine Minute damit", um die Drüsen erstarren zu lassen, was den Reinigungsvorgang extrem vereinfacht. Ansonsten wie gewohnt mit einem Glas Schnaps oder Isopropylalkohol und ein paar Q Tips die Anhaftungen auswischen.
Preis Leistungsverhältnis:
Der Preis für einen zwei Teiler liegt je nach Grösse und Verarbeitung zwischen 7 € und maximal 20€. Für einen Skuffgrinder je nachdem ob mit vier oder mit fünf Teilen, je nach Grösse und Verarbeitung sollte man mit einer Preislage ab 10€ bis 30€ rechnen.
Die Lebensdauer von 3-5 Jahren bei guter Pflege ist Klasse und das Mahlergebnis sollte jeden überzeugen. Seit neustem gibt es unter den Edelstahlgrindern auch welche mit einer Kurbel oben drauf, ähnlich wie bei einer Kaffeemühle. Funktionieren auch sehr gut, machen sich aber mit einem Preis je nach Größe zwischen 20€ und 50€ in der Brieftasche bemerkbar.
Fazit:
Alles in allem sind zweiteilige Aluminium/ Edelstahlgrinder Top und machen ihren Job echt Klasse, aber das Upgrade zum Skuffgrinder ist ja wohl mal ne glatte eins. Kleiner Tip von mir: Alles was sich da so im Töpfchen sammelt das ganze Jahr über in eine Fotodose wegpacken und zu Weihnachten ist dann Bescherung. :)
Specksteingrinder

Da Speckstein ein sehr weicher Stein ist werden die zwei flachen Scheiben genau wie beim Holzgrinder in eine Drehbank eingespannt und in Form gedreht. Anschliessend werden auch hier kleine Löcher gebohrt um die Drahtstifte einzukleben welche die Zahne sein sollen. Sie gibt es als normale zwei Teiler oder auch als Skuffgrinder.
Vorteile: Sie sehen schick aus, mehr konnte ich nicht finden
Nachteile:
Nachteile sind leider auch hier wieder die Zähne, die eben keine sind, sondern nur runde Drahtstifte. Die Kräuter werden mehr zerrieben als zerkleinert, was zur Folge hat das sich hier auch teilweise noch ganze Fasern um die Stifte wickeln und man mit einer Schere nacharbeiten darf. Dazu kommt, das Speckstein ein sehr weicher Stein ist, wodurch sich durch die Reibung der beiden Scheiben beim Mahlvorgang durch den Druck der Stein abreibt und man zusätzlich noch Steinstaub in seinem gemahlenen vorfindet welcher auch nicht in die Lunge geraten sollte.
An den dann rauen Innenwänden setzen sich extrem schnell Pflanzenbestandteile ab und der Grinder neigt zum verkleben.
Mein Reinigungstipp für Specksteingrinder ist auch hier wieder vorsichtig die stärksten Verunreinigungen mit einer Schere zu entfernen wobei auch hier beachtet werden sollte das gute Stück nicht zu beschädigen. Denn auch hier verhält es sich wie bei den Holz- Acrylgrindern, je mehr Kratzer desto schneller schmutziger usw. Als flüssige Reiniger kommt nur das im Verhältnis von 50/50 Wodka Wasserlösung in Frage da harte Reiniger so wie z.B. Isopropylalkohol, Waschbenzin, Spiritus oder ähnliches den Kleber für die Drahtstifte auf lösen können und diese dann ausfallen wie bei einem Kind welches grad die Milchzähne verliert.
Preis Leistungsverhältnis:
Die Lebensdauer mit ein bis maximal zwei Jahren ist kurz. Das Mahlergebnis eher lausig und der Preis der zwischen 10€ und 40€ je nach Ausführung liegt ist für solch schlappe Leistung happig.
Fazit:
Sehen schick aus was die Steinmaserung angeht aber der Rest...
Je älter das Ding wird desto mehr Steinstaub reibt sich ab und man kann förmlich zugucken wie die beiden Ringe kleiner werden. Spätestens wenn man die Spuren der Drahtstifte in der gegenüber liegenden Halbschale sieht sollte man das Stück in die Tonne drücken, denn dann ist es nur noch eine Frage der Zeit bis ihr durch seid.
Nein Scherz beiseite hier ein kleiner Ausschnitt aus Wikipedia:
In Speckstein können Asbestfasern enthalten sein. Im Allgemeinen sind Talklagerstätten karbonatischer Herkunft asbestfrei. Serpentinitische Lagerstätten könnten Asbest beinhalten, diese werden aber weltweit nicht mehr abgebaut. Da eingeatmete Asbest-Fasern u.a. Lungentumore verursachen können, sollte zum plastischen Gestalten nur Speckstein verwendet werden, für den ein nachvollziehbarer und dokumentierter Herkunftsnachweis erbracht wurde. Bei Verwendung in Industrieprodukten sind Unbedenklichkeitsbescheinigungen vor Verwendung erforderlich. Speckstein, in dem Asbest enthalten ist, ist aber auch nur dann gesundheitsschädlich, wenn der Asbest z.B. durch Bearbeitung freigesetzt wird.
So und nun zu unserem Problem, Da solche Massenartikel nicht hier in Deutschland hergestellt werden (meist in Indien oder in Thailand) und diese Länder nicht an die gleichen Gesundheitsvorschriften/ Regelungen/ Gesetze gebunden sind wie hier weiß man nicht wo die Hersteller ihre Ware beziehen und ob sie auf saubere Materialien achten oder ob Profitgier siegt. Mein Tipp ist einfach die Finger davon zu lassen.
Keramikgrinder

Also wenn ich mir jetzt den klassischen Plastikgrinder vorstelle mit den eckigen Zähnchen und das Plastik nun in echte Keramik ersetze.... tut mir leid aber so ein Modell ist mir noch nirgendwo auf meinen Reisen in die Hände gefallen alles nur Gerücht bis jetzt. Ich lass mich gern vom Gegenteil überzeugen. Das einzige Keramikmahlwerk was ich kenn ist in besseren Salz und Pfeffermühlen und so ein Mahlwerk taugt nicht für die Kräuter über deren Mühlen wir hier reden.
Elektrogrinder:
Elektrogrinder sind mal echt gut gewesen. Scharfe Klingen und der Motor hatte auch Power. Nachteil an den Dingern war das man den Deckel abnehmen konnte, da der Grinder nicht über einen Sicherheitsschalter verfügte, und trotzdem zu benutzen war. Mit offenen sich drehenden Klingen sollen einige Diebe in Spanien auf Touristen losgegangen sein, um sie auszuplündern was mit schweren Verletzungen und leeren Taschen Seitens der Touristen endete.
Daraufhin gab es einen Beschluss der die Grinder beschränkte.
Seitdem sind Elektrogrinder nur noch mit schwachem Motor und stumpfen Klingen ausgestattet. Der Deckel ist immer noch abnehmbar. Der Propeller, denn mehr ist das nicht mehr, stoppt sobald man mit dem Finger gegen kommt. Achtung bitte trotzdem von Kindern fernhalten.
Kostenpunkt so um die 10€ und kann aber nur noch für sehr tockene Kräuter benutzt werden wobei er bei grossen Stängeln auch schon wieder Probleme hat und blockiert.
Wer was mit bums haben will wie ich so schön sag muss dann auf Küchengeräte wie kleine Kaffeemühlen oder Mulinex zurückgreifen die dann schon aber nichts mehr mit herkömmlichen Grindern zu tun haben.
Abschlussfazit
Alles in allem eine wilde Palette an Formen, Farben und Materialien. Ich denke ich habe hier alle Grinder genau erklärt und gut beschrieben eben halt was meine Erfahrung der Jahre so hergaben. Nun könnt Ihr selbst entscheiden was für euch der Richtige ist. Den Kreativen unter euch wünsch ich weiterhin viel Spass beim "Mahlen".

